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Kahnbeinpseudarthrose

Kahnbeinpseudarthrose

Was ist das?

Wurde eine Kahnbeinfraktur übersehen oder nicht ausreichend behandelt, kann es zur Falschgelenkbildung im Bereich es Bruchspaltes kommen, was über Jahre hinweg zur massiven Zerstörung des Handgelenkes führen kann.

Die Frakturen im proximalen Drittel haben eine schlechtere Prognose als Brüche im mittleren oder distalen Drittel.

Klinik

Die Schmerzen sind meist in der Tabatiere, wobei eine Kahnbeinpseudarthrose auch völlig beschwerdefrei sein kann. Im weiteren Verlauf können Bewegungseinschränkung und Kraftminderung auftreten.

Ursache

Kommt es nach einer Kahnbeinfraktur nicht zu einem knöchernen Durchbau an der Bruchlinie, entsteht eine sog. Falschgelenkbildung (Pseudarthrose). Durch den fortbestehenden Bruchspalt entsteht eine instabile Situation an der Handwurzel, die zur Verkantung von Gelenkflächen mit nachfolgender Zerstörung des Gelenkknorpels (Arthrose) führt. Zur Vermeidung dieser Spätschäden sollte daher eine Kahnbeinpseudarthrose grundsätzlich operativ stabilisiert werden.

Diagnostik & Therapie

Die Diagnose wird anhand von Standard-Röntgenaufnahmen mit zusätzlichen Spezialaufnahmen des Kahnbeins gestellt. Zur genauen Beurteilung der Bruchstücke und Planung der Operation kann ergänzend eine Computertomographie des Kahnbeins durchgeführt werden. Besteht dringender Verdacht auf eine mangelnde oder fehlende Durchblutung der Bruchstücke ist die Magnetresonanztomographie (MRT) mit Kontrastmittel das geeignete Verfahren zur Beurteilung der Durchblutung.
Grundsätzlich sollte eine Kahnbeinpseudarthrose, auch wenn sie keine oder nur geringe Beschwerden macht, operativ stabilisiert werden. Ziel der Operation ist es, eine knöcherne Wiedervereinigung der Bruchstücke mit Wiederherstellung der Form des Kahnbeins zu erreichen. Nach der Ausräumung der Pseudarthrose wird der vorhandene knöcherne Defekt mit einem kleinen Knochenanteil aufgefüllt. Es wird ein kleiner Knochenblock von der Beckenschaufel (mit einem kleinen Hautschnitt) entnommen, was nur geringe Beschwerden im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden verursacht. Für die Fixierung wird bevorzugt eine kanülierte Herbertschraube oder ein Kahnbeinplättchen gewählt. Postoperativ ist die Gipsruhigstellung notwendig. Sollte die Durchblutung des Kahnbeines beschädigt sein, dann wird auch hier die Versorgung mit einem mikrovaskulären Knochentransplantat aus dem medialen oder lateralen Femurcondyl durchgeführt.