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Aseptische Kahnbeinnekrose

Kahnbeinnekrose

Was ist das?

Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Nekrose des Os scaphoideums (Kahnbein), die ohne Einfluss von Krankheitserregern bzw. ohne Infektion verläuft. Sie wird nach ihrem Entdecker als Morbus Preiser oder Preiser-Krankheit (Erstbeschreibung des Krankheitsbildes 1910) bezeichnet. Alternativ kann für die aseptische Knochennekrose am Kahnbein auch der Begriff „Skaphoidnekrose“ verwendet werden.

Es kommt zu einem Infarkt des Knochens mit entsprechender Unterversorgung im Knochengewebe. Betroffen ist das Kahnbein (Os Scaphoideum) am Handgelenk.

Ursache

Das Kahnbein ist der zweitgrößte Handwurzelknochen in unserem Handgelenk. Beim Morbus Preiser treten aus bislang ungeklärtem Grund Störungen der Blutzirkulation auf. Es werden Mikrotraumatisierung und traumatische Einflüsse, zum Beispiel durch Frakturen (Knochenbrüche) diskutiert. Eine eindeutige, medizinisch belastbare Aussage zu den Auslösern der Erkrankung lässt sich bislang allerdings in den meisten Fällen nicht treffen.

Klinik

Die Patienten haben Handgelenksschmerzen, die schlagartig, atraumatisch und intervallartig auftreten. Die Hand kann im Bereich des Kahnbeins zudem überwärmt und geschwollen erscheinen. Auch zeigen sich Schmerzen bei Druck auf das Os scaphoideum. Bei ausgeprägten Formen schlimmstenfalls erhebliche Bewegungs- und Belastungseinschränkungen der Hand, die mit deutlichen Einschränkungen im Alltag einhergehen. Berufliche Tätigkeiten mit den Händen können gegebenenfalls nicht mehr ausgeführt werden.

Diagnostik & Therapie

Die Diagnose wird mittels bildgebender Verfahren (Röntgen, CT, MRT) gestellt. Der Verlust der Knochensubstanz ist hier in der Regel deutlich erkennbar und es können auch Aussagen über den Schweregrad der Erkrankung getroffen werden.
Je größer und gelenknäher Knochennekrosen sind, umso eher ist eine operative Behandlung erforderlich. Kommt es im Rahmen gelenknaher Knochennekrosen zu einer Beschädigung oder gar Zerstörung der Gelenkoberflächen, ist ein operativer Eingriff zumeist nicht zu umgehen. Je nach Ausmaß der Knochennekrose werden freie mikrovaskuläre Knochentransplantationen aus dem medialen oder lateralen Femurkondyl (mit und ohne Knorpel) zur Rekonstruktion des Kahnbeines genommen.

Bei schweren Krankheitsformen besteht des Weiteren die Möglichkeit einer sogenannten Arthrodese (operative Gelenkversteifung), um die Funktion und Belastbarkeit zumindest teilweise wiederherzustellen.